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20. Mai 2017

Wir. Müssen Reden 151 - Obama revisited

Michael Seemann (mspro) und Max von Webel (343max) haben Redebedarf und wollen mit mir in ihrem Traditions-Podcast »Wir. Müssen Reden« über die Drohnenkriege, die Präsidentschaft von Barack Obama und einiges mehr sprechen. Die Idee ist offenbar ein wenig eskaliert und die Beiden haben eine öffentliche Live Show in Berlin draus gemacht.

Wir. Müssen Reden: WMR151 – Obama revisited
Freitag, 2. Juni 2017, um 19 Uhr in Berlin (Einlass 18:30 Uhr)
Wikimedia Deutschland e.V., Tempelhofer Ufer 23-24, 10963 Berlin
Infos und Tickets bei Eventbrite; Livestream hier.
Willkommen.

Nachtrag:
Wie soeben von Max und Michael gemeldet wurde, es gibt keine Abendkasse für das Event, die Tickets müssen tatsächlich im Vorverkauf bei Eventbrite erworben werden: 7 Euro plus Gebühren und Steuern, macht knapp 10 Euro; Getränke inklusive. Wem das zu teuer ist – wir können auch gerne danach was trinken gehen...

22. Juni 2009

Mit Wladimir Kaminer beim Italiener

Magazin »prager frühling« Nr.04: Original sanktionsfrei
Frisch erscheinen zum Linksparteitag, mit dem Schwerpunkt: "Weg mit Hartz IV! Her mit dem schönen Leben!"
Neben Beiträgen zum Hartz IV-Regime stellt die Redaktion in dieser Ausgabe auch den Infrastruktursozialismus vor. Nicht nur eine Alternative zum Hartz-IV-Regime, sondern vielleicht auch schon eine erste Vorstellung von dem, was ein schönes Leben sein könnte.

Auch dabei:
„Jede Patriotismusdebatte versetzt mich in Starre“
Mit dem „Russendisko“-Autor Wladimir Kaminer beim Italiener, das Interview von Katja Kipping und mir ist beim Magazin bereits online verfügbar.
Wir treffen Wladimir Kaminer und seine Familie bei einem Italiener im Prenzelberg. Zwischen Rotwein, Tintenfisch und Pizza kommen wir mit ihm ins Gespräch über den Kapitalismus, übers Arbeiten, übers Ausschlafen sowie über den Sex im Sozialismus.

Was es sonst noch gab:
Linksparteitag 20./21. Juni 09 in Berlin, Max-Schmeling-Halle, siehe http://tr.im/lptg09. Am Rande:
• Ausverkauf der Politik, Buchvorstellung mit Katja Kipping u.a. am Vorabend des Linksparteitages (19.), siehe http://tr.im/ausverkauf
• "Muss das denn sein?" Keine Reden, just socializing. Treffen Emanzipatorische Linke am Samstagabend (20.), siehe http://tr.im/pqM1
• Änderungsantrag zum Bundestagswahlprogramm zu Internetzugang und Open Source als öffentliche Daseinsvorsorge abgelehnt #linkspartei #fail. Deshalb umso mehr: AG Digitale Demokratie, www.digitale-demokratie.org

10. Dezember 2008

Kärntner Kulturkampf

Satiriker-Duo Stermann & Grissemann virtuell beim “zensurlos fest“ in Klagenfurt

Im Heimatland der FPÖ ist Satire nicht willkommen, zumindest wenn sie sich mit der wochenlangen Kollektivtrauer um Kult-Nazi Jörg Haider auseinandersetzt. Das Satiriker-Duo Grissemann und Stermann (in Berlin bekannt durch die "Show Royale" auf Radio Eins) scherzte in seiner ORF-Sendung "Willkommen Österreich" einmal zuviel und sieht sich nun Morddrohungen ausgesetzt, Forderungen nach Auftrittverboten und ein mutmaßlicher Anschlag gegen ihren Veranstalter sind weitere Folgen. Für den 11. Dezember 2008 wurde eine Veranstaltung mit dem Duo an der Universität Klagenfurt abgesagt. In Kärnten regt sich aber auch Widerstand gegen diesen fortdauernden "Geist von Haider": ein “zensurlos fest“ am gleichen Tag hält die Freiheit der Kunst hoch.

Alles weitere im Artikel "Nicht ganz Kärnten tickt wie Haider" von Katharina Weise in der LesBar des Magazins »prager frühling«.

17. Mai 2008

Tango beim Release-Event

Bei der gestrigen Präsentation des Magazins »prager frühling« am 16. Mai 2008 trat das Tango-Duo Susanne Cordula Welsch (Violine) & Michael Dolak (Bandoneón) auf, beide spielen ansonsten im »Cuarteto Rotterdam«. Sehr schön.

1. April 2008

Zum drauf freuen: Magazin prager frühling

Wie ich bereits hier verriet und zuvor andeutete:
Am 16. Mai 2008 erscheint ein neues politisches Magazin, an welchem ich mitwirke.

Logo Magazin prager fruehling

prager frühling
Magazin für Freiheit und Sozialismus


[Update:] Ab sofort ist auf der Website des Magazins unter www.prager-fruehling-magazin.de mehr zu erfahren: Vorschau auf die Erstausgabe, Redaktionsblog, exklusive Artikel. Bestellungen werden bereits entgegen genommen!

Das Magazin »prager frühling« erscheint als Dritteljahresschrift im VSA-Verlag und wird vom Verein »Freundinnen und Freunde des Prager Frühling e.V.« herausgegeben. Redaktion: Katja Kipping, Lena Kreck, Kolja Möller, Norbert Schepers, Jörg Schindler.
Mit »prager frühling« ist Stalinismus, bornierter Avantgardismus und Strickjäckchenspießertum nicht zu machen.
Das klingt so gut, dass sofort die ersten Abos bestellt wurden ...

26. März 2008

Third Wave Feminism

... und dessen verspätete Übersetzung als "Popfeminismus". Tara Hill gibt in dem Artikel "Die dritte Welle" einen kurzen Überblick.
Die Autorin bringt es mit einem Zitat einer der Praktikerinnen, Lady Bitch Ray, etwas zugespitzt auf den Punkt:
»Du hast einen Grund zum Feiern: Du hast eine Möse und Du bist eine Frau, die weiß, was sie will. Stehe dazu, Bitch!« Das erste der »Zehn Gebote des Vagina Styles« von Lady Bitch Ray zeigt die Generationsunterschiede zwischen den Feministinnen: Hier die 27 Jahre junge, deutsch-türkische »Porno-Rapperin«, da die entsetzte Reaktion feministischer Vertreterinnen, die von 1968 schwärmen.

Siehe Jungle World 12/2008.

24. März 2008

God shave the Queen

Einer der Gründe, warum der Schauspieler Sean Connery mitunter recht lustig sein kann: sein schottischer Akzent. Also DVD einlegen und englischen Originalton wählen, das klingt dann so: "God shave the Queen".
Gesagt hat Connery tatsächlich "God save the Queen" – nur um gleich darauf noch festzustellen, "That's about as patriotic as it gets around here" (siehe League of Extraordinary Gentlemen, 2003).

14. März 2008

Gibson über Obamas Transzendenz

Der Autor Willam Gibson, Erfinder des Begriffs Cyberspace und einer der Begründer des legendären Cyberpunk-Genres, im Interview mit Ulrich Gutmair in der taz vom 14.03.2008:

"Obamas Transzendenz"

William Gibsons Roman "Quellcode" handelt von der Angst. Der Erfinder des Cyberspace über die Renaissance der Apokalypse, YouTube und die US-Vorwahlen.


(...) Ich glaube, er denkt tatsächlich, dass die Regierung dafür da ist, den Leuten zu dienen und sie zu beschützen, und dass sie eben nicht in den Händen verrückter Apokalyptiker liegen sollte.

Auch bei den Demokraten scheinen die Rollen diesbezüglich klar verteilt. Clinton steht eher für die Idee, die Institutionen seien verbesserbar, während Obama der charismatische Typ ist, der vom Licht spricht, das von oben kommen wird, wenn er erst Präsident ist.
In gewisser Hinsicht predigt Obama Transzendenz: "Yes, we can." Das heißt aber nicht notwendigerweise, dass Obama ein schlechterer Präsident als George W. Bush sein würde. Ich glaube, dieser Verweis auf Transzendenz ist ein Teil der kulturellen Erfahrung Amerikas. Es braucht immer eine besondere Art von Dunkelheit, um sie zum Vorschein zu bringen, meist ist auch ein Generationswechsel im Spiel. Das Wettrennen zwischen Clinton und Obama wird in 25 Jahren nicht anhand von Hautfarbe oder Geschlecht bewertet werden, sondern unter dem Gesichtspunkt des Alters. Wenn Obama nämlich dieses Rennen gewinnen und zum Präsidenten gewählt werden sollte, dann wird er von Leuten gewählt worden sein, die sehr jung sind. Bei diesen demokratischen Vorwahlen haben sich so viele Leute wie nie zuvor beteiligt. Es ist nicht so, dass die Sixties wiederkommen, Gott bewahre, aber vielleicht ist es eine neue Version davon. Das hat wiederum viel mit dem zu tun, worüber Norman Cohn schreibt.

Letzteres bezieht sich auf ein Buch über apokalyptische Bewegungen im Mittelalter, mit welchem "sich auf wunderbare Weise unsere Gegenwart verstehen" ließe. - Vielleicht ist ein Charismatiker wie Obama tatsächlich die notwendige Alternative nach der Herrschaft der Apokalyptiker in den USA.

William Gibsons jüngstes Buch Spook Country erschien im Herbst 2007, vor kurzem auf deutsch als "Quellcode" (LektorInnen haben mitunter seltsame Einfälle).

10. Februar 2008

Auf der Berlinale: Chico - Der Film

Auf der Berlinale wurde nun der Film Chiko vorgestellt, in welchem neben Denis Moschitto und Moritz Bleibtreu auch die Bremer Rapperin und Promotions-Stipendiatin der Rosa-Luxemburg-Stiftung Reyhan Şahin (aka Lady Bitch Ray, mehr auch hier in meinem Blog) mitspielt.

Scorsese-Szenen im Hamburger Ghetto
Ein kleines Gangsterfilm-Glanzlicht des deutschen Films war heute morgen auf der Berlinale zu sehen: Das von Fatih Akin produzierte Drogen- und Jugendgewaltdrama "Chiko" mit Denis Moschitto läuft in der Nebensektion Panorama.

Siehe www.spiegel.de, dazu auch dieses Video.
Filmstart ist am 17. April 2008.

20. Januar 2008

Jugendgewaltdebatte: Grummelnde Gartennazis

Klasse: Die Bremer Musikerin Reyhan Şahin aka Lady Bitch Ray erklärt dem Publikum von Spiegel-Online, was ein Gartennazi ist und warum wir Menschen wie Lady Ray brauchen.

Grummelnde Gartennazis
Spießer gibt es überall, kein Problem. Aber wenn Spießer die eigene Jugend zum Feind erklären, dann wird es ärgerlich. Ein Gastbeitrag der türkischstämmigen Rapperin und Linguistin Lady Bitch Ray.

(...) Gefährlich wird das aber dann, wenn die Jugend insgesamt (manchmal sogar die eigenen Nachkommen) als etwas Fremdes wahrgenommen wird. Und wenn Menschen vergessen, dass sie selbst jung (und rebellisch) waren und sie den natürlichen Prozess der jugendlichen Abgrenzung einfach unterschätzen - oder schlicht ignorieren.

Aber damit es auch Grenzgänger gibt, die den Mut haben, jene Grenzen zu überschreiten - mit der nötigen Portion rebellischem Geist -, gibt es Leute wie mich: Lady Bitch Ray alias Reyhan Sahin. Rapperin, Akademikerin, Designerin, Türkin - der größte Schreck aller engstirnigen Menschen.

Siehe www.spiegel.de

Reyhan Şahin ist u.a. Linguistin und promoviert an der Universität Bremen zur Semiotik der Kleidung mit einem Stipendium der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Seit ihrem 12. Lebensjahr rappt sie unter dem Künstlernamen „Lady Ray“, ihre Texte sind geprägt durch eine radikal emanzipierte Haltung. Mit dem, was sie als "Gartennazis" bezeichnet, hat Reyhan Şahin so ihre eigenen Erfahrungen: Ihre mehrjährige Tätigkeit bei Radio Bremen wurde beendet, weil sie sich weigerte, ihre HipHop-Songs und dazu passende Fotos von ihrer Website bei MySpace zu entfernen.
Mehr dazu im Eintrag bei Wikipedia. Einen guten Überblick zum Gesamtkunstwerk Lady Ray gibt auch die Reportage "Keine ist so krass wie ich" von Klaus Irler in der tageszeitung.

23. November 2007

07.12.07, Berlin: spiel mir das lied vom tod

Das innovative Berliner Medien-Kunst-Labor tesla verliert bedauerlicherweise zum Ende diesen Jahres die momentanen Räumlichkeiten und die regelmäßige Förderung, da die Kulturprojekte Berlin GmbH den Vertrag mit dem tesla nicht verlängert hat. Proteste gegen die drohende Schließung bitte an die Berliner Senatskulturverwaltung richten, Hintergründe finden sich auf der Website des tesla.

Hier der Hinweis auf eine vielversprechende aktuelle Produktion im tesla:

kubus | fr. 07. & sa. 08. und fr. 14. & sa. 15. dez. 2007 | 20:30 h

spiel mir das lied vom tod

prospect park
spiel mir das lied vom tod ist ein computerspiel, das mit der realität rückgekoppelt wird. das ziel des abknallens wird zum fall fürs feingefühl.

prospect park (hannah groninger, jo schramm, florian zwißler) untersuchen das kontroverse thema und konfrontieren die konzepte ''musik spielen'' und ''schauspielen'' mit ''computer spielen''. auf der basis des ego shooter-klassikers ''half life 2'' haben sie spiel mir das lied vom tod entworfen, welches die spielkonsolen zu instrumenten im musikalischen, ästhetischen und narrativen sinne macht. ohne auf virtuelle gewalthandlungen zu verzichten, wird das pure ziel, den anderen abzuschießen, zum musiktheater transformiert. die virtuelle spielebene ist dabei mit dem realem raum des spiels kurzgeschlossen. die spieler verfügen über praktische erfahrung in der ausübung realer gewalt. als gewalttäter konstruieren sie sich auf der virtuellen spielebene identitäten, die das lied vom tod beherrschen.

tesla im podewils'schen palais
klosterstraße 68 - 70, 10179 berlin-mitte


Ich werde jedenfalls hingehen: Besuchen Sie das tesla, solange es noch existiert!